Die Auflösungen der aktuellen VR-Brillen-Displays haben durchaus Potential nach oben. Doch jetzt kündigt Google einen enormen Fortschritt an. Was können die neuen Displays und welcher Super-PC soll sie betreiben?

Wenn es um Virtuelle Realität, Displays und Auflösungen geht, fällt irgendwann ganz sicher der Begriff „4K“. Natürlich wäre eine native Auflösung von 3.840 x 2.160 Bildpunkten eine tolle Sache für ein VR-Headset. Allerdings müssen dabei auch andere Faktoren berücksichtigt werden: Die Bildwiederholungsrate sollte bei 90 Hz liegen, um die Anfälligkeit für Motion Sickness zu verringern und das bedeutet wiederum einen ziemlichen Leistungshunger der nötigen PC-Hardware.

Pimax oder HTC: Ist 4K bereit für den Markt?

Pimax sieht darin kein Problem und sammelte mit vollmundigen Versprechen im letzten Jahren einige Millionen Dollar auf Kickstarter ein. Allerdings musste der Hersteller jetzt einräumen, dass sein M1 genannter finaler Prototyp nur 80 Hz Bildwiederholrate schafft. Für das in der Kampagne beworbene Pimax 8KX (soll natives 4K pro Auge schaffen) ist noch nicht einmal klar, welche Grafikkarte das schaffen soll.

HTC geht auf Nummer sicher: Die auf der CES 2018 angekündigte HTC Vive Pro bekommt eine Auflösung pro Auge von 1.440 x 1.600 Pixeln bei einer konstanten Bildwiederholungsrate von 90 Hz. Die Gerüchte über ein 4K-Headset von HTC haben sich damit zumindest bislang nicht erfüllt.

Mehr als 4K: 18 Megapixel bei 120 Hz

Doch jetzt kommt Google mit einer Ankündigung um die Ecke, die sogar noch über die 4K-Hoffnungen der VR-Enthusiasten hinausgeht. Auf der Display Week vom 20. – 25. Mai 2018 will der Technologieriese ein neuartiges OLED-Display vorstellen: 4,3 Zoll groß, eine Pixeldichte von1.443 Pixel per Inch (PPI), eine Bildwiederholungsrate von 120 Hz und ein weites (nicht genau definiertes) Sichtfeld (FOV) soll das gute Stück haben. Das berichtet das Magazin OLED-Info.com.

Eine drastisch erhöhte Pixeldichte soll den Fliegengittereffekt eliminieren. © eMagin

Eine drastisch erhöhte Pixeldichte wie in diesem Vergleich des Displayherstellers eMagin soll den Fliegengittereffekt eliminieren.

1.443 PPI! Das ist mehr als dreimal (!) so viel, wie HTC Vive und Oculus Rift derzeit schaffen (jeweils rund 450 PPI). Die Displays der Samsung Odyssey (aktuell das HMD mit der höchsten Auflösung) erreichen knapp 615 PPI. Anders gesagt: Während Vive und Rift derzeit nur rund 1,2 Megapixel aufs Tablett bringen, soll das neue Display satte 18 Megapixel schaffen. Das ist enorm!

Kommt die VR-Brille von LG mit dem neuen Display?

Das neue OLED-Display wird von LGs Tochterfirma LG Display hergestellt. Bedeutet das vielleicht auch Neuigkeiten zur lange angekündigten LG-Brille? Die sollte bloß 1.440 x 1.208 Pixel haben (529 PPI). Doch mit der neuen Ankündigung, über die Google und LG auf der Display Week 2018 im Mai reden wollen, könnte vielleicht auch ein Wechsel in der Planung des koreanischen Technologiekonzerns einhergehen. Wird das LG-Headset vielleicht die erste VR-Brille mit den neuen Super-Displays?

Das mobile VR-Headset Mirage Solo von Lenovo unterstützt die Google Daydream-Plattform.

Das mobile VR-Headset Mirage Solo von Lenovo unterstützt die Google Daydream-Plattform, bietet aber noch keine neue Displaytechnologie.

Damit die Displays aber sinnvoll betrieben werden können, müssen weitere technische Hürden genommen werden. Eine Auflösung von etwa 5.500 x 3.000 Pixeln (Vermutung von OLED-info.com) braucht extrem starke Hardware, die eine entsprechende Leistung bringt. Dazu zählt nicht nur die enorme Grafikpower, die ein PC mitbringen müsste, sondern auch die Datenübertragung. Laut Road to VR sprach Googles VP of AR/VR Clay Bavor von einer Datenübertragung von rund 50-100 Gigabyte pro Sekunde.

Foveated Rendering und Eye-Tracking essentiell

Eine Lösung soll Foveated Rendering (FoVR) sein. Dabei wird nur der von den Augen fokussierte Bereich voll gerendert, die peripheren Bereiche kommen mit erheblich geringerer Auflösung aus. Die Logik dafür soll bereits in die Displays integriert worden sein. Fehlt nur noch passendes Eye-Tracking, denn nur mit einer verlässlichen und schnellen Nachverfolgung der Augen kann FoVR funktionieren. Allerdings gibt es hier ja bereits diverse Forschungen und Prototypen –  hier wird Google sicherlich ebenfalls bereits etwas in der Hinterhand haben.

Wir sind gespannt, wann diese Displays erstmals in ein VR-Headset verbaut werden, welche Hardware dafür benötigt wird und was sie kosten sollen. Was sonst noch in der VR-Branche in diesem Jahr ansteht, erfahrt ihr in unserem Vorschauartikel.

Was haltet ihr vom neuen Display von Google und LG? Zukunftsweisend oder viel zu hardwarehungrig? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren.

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